Vierter Advent

"Suche meinen Platz in der Welt - fürs Erste eine Wohnung"

So könnte vielleicht die Überschrift einer Anzeige lauten, in der Gott eine Wohnung in unserer Welt sucht. 6,4 Millionen Menschen lebten in Deutschland 2019 in überbelegten Wohnungen, und ich denke die Zahl ist heute mindestens genauso aktuell und das in der Lockdown-Situation. Da fällt einem schnell die Decke auf den Kopf oder geht sich mangels “Ausweichmöglichkeiten” auf die Nerven.

Mit Blick auf die Weihnachtsvorbereitungen und die kommenden Feiertage mag sich so mancher denken, was mir als Postkartenspruch begegnet ist: “Wäre Maria hart geblieben, wäre uns Weihnachten erspart geblieben.”

Vierter Advent – Findest Du (D)einen Platz, kannst Du Gott einen Wohnraum anbieten?

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Dritter Advent

Gaudete – In den Endspurt mit pink glasses ?!

Für die einen ist er der blose Horror beim Besuch eines Gottesdienstes, bei so manchen Kirchenkaffee gibts extra Erdbeerpudding. Die Rede ist vom dritten Sonntag im
Advent – Gaudete!
Namensgebend ist der Eröffnungsvers in den Gottesdienst:
Gaudete – Freut Euch! An diesem Sonntag soll schon ein weinig die Weihnachtsfreude durchschimmern – was dann liturgiegeschichtlich zu der besonderen liturgischen Farbe Rosa führte, die dann so manche Adventskranzkerze trug, vielmehr noch aber die Messgewänder – und so mancher Priester macht in diesem wie so oft unvorteilhaften “Schweinchenrosa”, keine “gute Figur”. Heute begenete das einem vielleicht weniger, je nachdem was so macher Kollege tragen kann – aber das besondere von Gaudete bleibt für mich bestehen, wenn in den Schrifttexten dieses Sonntags fröhlich zugerufen wird: “Freut euch zu jeder Zeit!”*

Welch ungeheure Provokation einem da zugemutet wird, wie ich finde, am ersten Wochenende in dem wir hier in Baden – Württemberg, unsere ersten Schritte in ein Wochenende mit Ausgangsbegrenzungen gehen. “Freut Euch zu jeder Zeit” – Echt jetzt? Hör ich den Zweifler in mir sagen – der Optimist hingegen rät mir, mich zu trauen heute mit “pink glasses” auf mein Alltags- und Galubensleben zu schauen. Warum traue ich mich also, gerade an diesem Sonntag dem Anderen und mir zurufen zu lassen: “Freut Euch zu jeder Zeit!” Es ist der Ruf in die Welt, in der wir auf vieles noch warten: das Ende der Pandemie, der Kontakt zu Freunden, ein Anruf nach einer geglaubten Funkstille, … , mit den “pink glasses”auf der Nase gelinkt es mir mehr, die aufkeimende Hoffnung, die kleinen Freuden der Begegnungen und die Zeichen der Verbundenheit auch unter Pandemiebedinungen zu erkennen, eine Hilfe meinem Gott etwas zuzutrauen, seine Nähe zu spüren ohne diese gleich wieder zu relativieren.

Gaudete – “Freut Euch, freut Euch im Herrn zu allerzeit!”, es wird Weihnachten, egal wie Deine Rahmenbedigungen aussehen werden, Gott wird Mensch, ganz nah – auch wenn wir uns das momentan nur schwer vorstellen können – mit oder ohne “pink glasses”, wird dieses Weihnachten mit diesem Gott ein Gänsehautmoment – ein Stückweit neu verliebt – also auf in den Endspurt mit “pink glasses”, Gaudete!

*vgl. 1 Thessalonicher 5,16 (Einheitsübersetzung)

Zweiter Advent

“Glänzen mit Lackschaden”

Schneller als gedacht ist er nun da, der Zweite Advent. Heute an einem besonderen Tag – dem Gedenktag des Heiligen Nikolaus, einst Bischof von Myra.
Viele Kinderaugen bringt er zum leuchten, sei es als süße Schokoladenvariante mit Stab und Mitra als Unterscheidung von Weihnachtsmann, oder in der Form, dass man am Vorabend seinen Schuh vor die Tür stellt und man diesen gefüllt bekommt, oder dass der Nikolaus einen Zuhause besucht – wenn nicht gerade Pandemie ist.

Viele Legenden und Erzählungen gibt es über sein Leben, sein Umgang mit den Menschen seiner Zeit. Seien es die drei Goldkugeln mit denen er drei Töchter vor der Zwangsheirat bewahrt hat, sei es die Abwendung einer Hungersnot durch geschickte Verhandlungen mit Matrosen und deren Schiffgütern und dem Gottvertrauen, dass wenn mehr vom Weizen abgeladen wird, es in der Hafenstadt des Königs nicht auffällt. Viele dieser öder ähnlicher Geschichten werden heute Kinder selber erzählen, oder erzählt bekommen.

Wenn ich den Heiligen Nikolaus sehe in kompletter Würde als Bischof oder ihn als Schokoladen-Nikolaus mit seinem verschmitzen Lächlen weiterreiche, wünsche ich mir immer, dass er ein wenig auf mich abfärbt. Nicht um selbst im golden Glanz zu stehen und mich anstrahlen zu lassen oder friedlich in meiner Komfortzone vor mich her zu schimmer, sonder ein Stück weit seine Leidenschaft für die Menschen, für den Nächsten, in meinem Tun abfärben zu lassen, dass ich den Menschen hinter der Alltagsmaske nicht aus dem Blick verliere – oder ist bei mir der Lack schon so ab, dass da garnichts mehr geht?

Auch das ist Advent, auf Kratzer suche zu gehen, zu schauen wo ist der Lack ab, wo brauch’ ich mal Zeit für mich, Zeit für meine Gottesbeziehungen, Zeit Kontakte zupflegen, Zeit etwas loszulassen, Zeit neue Wege zu gehen, damit meine “Grundierung” nicht verloren geht. Auch wenn es im Alltag nicht immer durchbricht, egal wie es um meinen “Lack” bestellt ist, für Gott bin ich Gold wert, er wird Mensch damit wir alle, da wo wir sind, ein wenig von ihm abfärben, das Nebelgrau durchbrechen. Wer weiß, vielleicht gelingt es uns ja auch schon im Advent mit Lackschaden zu glänzen.

Erster Advent

“Wartend dem entgegen was die Zukunft bringen mag und was schon gestern war”

Jetzt ist sie wieder da jene große Zeit der Sehnsucht, der vielen Rituale, die Zeit die uns mit allen Sinnen aus dem Heute in das Gestern entführt und doch Zunkunft erleben lässt. Heute startet dieser Moment, der Erste Advent. Für die katholische Kirche beginnt mit ihm zugleich ein neues Kirchenjahr, für unsere Gottesdienste ändern sich nun die Passagen der Schriftexte aus dem Evangelium, vielleicht nur eine Randnotiz für “Liturgie-Nerds” oder all jene, die zum “Innercircle” in Sachen Gottesdienstbesuch gehören und nun in Zeiten der Pandemie gezwungen sind auch ihren Advent anders zu feiern. Wird die Adventszeit in diesem Jahr nochmehr “retro” sein als sonst?

Ein wichtiger Geschmack des Adevents, neben all den Backversuchen und so manch’ leckerem Ergebnis, ist das Erinnern. Gerade in diesem Advent werden es Erinnerungen an all die Begegnungen und Erlebnisse sein, die in diesem Jahr nicht machbar sind und vielleicht sehnen wir uns schon nach dem Advent 2021 an dem wieder mehr möglich sein wird.

Die AHA – Regeln der vergangen Wochen liesen uns im Umgang miteinander ein Stückweit achtsamer werden und doch geht dieses Achtsamkeitsgehfühl in unserem Alltag schnell wieder verloren, vieles ist auch schon zur Routine geworden.

Die Adventszeit mit ihren grünen Tannenzweigen und im Kerzenschein des Adventskranzes möchte auch in diesem Jahr uns neu in Erinnerungen schwelgen, neu Kraft und Hoffnung schöpfen lassen – im achtsamen Umgang mit mir und meinen Mitmenschen um auch offen zu bleiben für Christus. Für mich hat dies gekonnt Alphanus von Salerno ausgedrückt in dem er folgendes Gebet schrieb:

Christus, Göttlicher Herr,
dich liebt, wer nur Kraft hat zu lieben:
unbewusst wer dich nicht kennt;
sehnsuchtsvoll, wer um dich weiß.

Christus, du bist meine Hoffnung,
mein Friede, mein Glück, all mein Leben:
Christus, dir neigt sich mein Geist;
Christus dich bete ich an.

Christus, an dir halt’ ich mich fest
mit der ganzen Kraft meiner Seele:
dich, Herr, lieb’ ich allein –
suche dich, folge dir nach.

(Alphanus von Salerno)

Trauen wir unseren Erinnerungen, trauen wir uns, ja muten wir uns diese Suche zu: nach dem Duft des Advents, die Suche nach achtsamen Wegbegleitern, die Suche nach IHM und gehen wir wartend dem entgegen, was die Zukunft bringen mag und doch schon gestern war – Gottes Mensch gewordener Liebe in Christus”

Der Erste

Wag ich ihn?
Den ersten Schritt?
So viele Bedenken
Zaghaft, tastend und wagend
Geh ich den ersten Schritt
Ganz vorsichtig
Und nichts passiert
Nichts von all dem
Was mir durch den Kopf schießt
Wenn ich an die Situation denk.

Im zweiten Schritt liegt schon mehr Sicherheit
Doch mein Kopf bleibt bei tastend und wagend
Und ehe ich mich verseh,
gehe ich mehr als die Hälfte des Weges.

DU, Gott bist mir mal Brücke
Der ich nicht ganz trau
Mal Halteseil
Mal Fluss
DU bist der, der meine Zweifel im Gehen durchsprengt.

M² für espresso.church

Nachtnebel

Ein Wort, das in diesen Tagen immer mehr Resonanz gewinnt
Inzidienz – vor einigen Monaten oder Wochen hätte ich das noch
bei einer Suchmaschine nachgeschlagen. Doch heute begegnet
mir dieses Wort täglich.

Zahlen die entscheiden wo, wann und wie gefeiert wird
wer, was, wo und wie tun darf – und schon begegnen uns wieder die
ersten Bilder, leerer Straßen sonst belebter Bar-Meilen.
Wie der Nebel aufsteigt in diesen Nächten, kühlend und geheimnisvoll
so kriecht die Realität dieses Virusses neu ins Bewusstsein

Mit dem Nachtnebel kommen mir die heutigen Begegnungen in den Sinn
in denen Gott auf unterschiedlichste Weise, in Worten und Zeichen vor kam.
So auch für diese Nacht – für so manchen Nebelstreif – immer ein Stück mehr,
die Erfahrung zu machen: Die Zeichen des Heils sind stärker als die Zahlen des Unheils

/M²

Gottes – Funken

Und es gibt ihn doch !
Diesen Moment
der unverhofft in eine Situation tritt
einen trifft
wenn man es nicht erwartet.

Wenn DU einfach alles durchkreuzt
was man sich schön zurecht gelegt hat,
wenn man nichts mehr erwartet,
von Dir in unseren Alltagssituationen,
mit all unseren Weggefährten.

Da brichts Du ein – wie so mancher Sternenfunken
in unseren vergangenen (Spät-) Sommernächten.

Es gibt ihn immer wider neu
den Gottes-Funken in unserem Alltag,
in der Zeit der Pandemie.

Ein Stück Himmel leuchtet auf
in meinen und Deinen Augen
und er ist in der Nacht besonders sichtbar.

/M²

lodern

Viel ist in den letzten beiden Tagen über dich gesprochen, erzählt oder berichtet worden: Heiliger Geist.
Mal anschaulich – dynamisch, mal mehr theologisch – leise.
In diesem Jahr liegst du irgendwie anders in der Luft – ich merke ohne Deinen Funkenflug bringt all meine Leidenschaft, mein glauben nichts – Du bist es der mich lodern lässt in der Nacht mit deiner Kraft. Vielleicht haben die letzten Wochen dazu beigetragen, Dir die Landebahn ein klein wenig zu verlängern, dass Dein Spirit in meiner Alltagswelt nicht verloren geht, ich mich immer wieder auf einen Funkenflug mit dir einlasse,ich mich trau mir ab und zu die Finger mit dir zu verbrennen. In diesem Sinne: “Komm Heilger Geist.”

leidenschaftlich

leidenschaftlich lieben
leidenschaftlich leben
leidenschaftlich durch DICH

ein Funke von DIR in mir
ein Funke der Liebe
ein Funke der Leidenschaft

mein Auftrag
hinaus in die Welt
und zeigen wer DU bist

/mm + ak

Gemeinsam mit Euch haben wir uns neun Tage auf das Kommen des Heiligen Geistes vorbereitet. Heute ist unser letzter Abend und unser letztes Gebet um 22 Uhr.

Das Video für Tag 10 findet Ihr hier: https://espresso.church/?p=1782

kribbeln

Brause in meiner Hand
ein zartes Kribbeln überzieht meine Haut

Du und Ich
der Beginn einer neuen Liebe
Schmetterlinge im Bauch

Ja sagen
für immer
Gänsehaut breitet sich aus

besondere Momente
kündigen sich an
lassen mich aufhorchen
ein Kribbeln
DU
bald

/ak

Gemeinsam mit Euch wollen wir uns neun Tage auf das Kommen des Heiligen Geistes vorbereiten. Dafür beten wir jeden Abend um 21 Uhr gemeinsam ein kurzes Gebet.

Heute am Tag 9: https://espresso.church/?p=1774